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Mittwoch, 8. Juli 2015

Elias Casado

Flammen der Euphorie entbrannten in Elias Augen, als er dem Rothaarigen gegenüberstand und voller Spannung auf den Anpfiff wartete. Sein Grinsen wurde immer breiter, während er sich in Position begab und höhnende Gesten ausübte um sein gegenüber zu reizen. Völlig egal, was Flann dadurch von ihm halten würde, ganz gleich wie dieses Spiel ausgehen würde, Elias sah sich als Sieger, denn strotzte er förmlich vor Energie und guter Launer, sodass selbst dieser dämliche Ire ihm nichts anhaben konnte.
Als der Pfiff des Trainers ertönte und der Ballabschlag begann, schenkte Elias seinen Kapitän nichts. Im Gegenteil, er hatte buchstäblich Freude daran sich mit dem großgewachsenen Iren zu messen. Im zu zeigen was er alles drauf hatte und zu was er in der Lage. Jetzt war die Chance diesem aufgedonnertem Pfau zu beweisen, dass Elias sein Geld wert war und die Mannschaft seine Hilfe bitter nötig hatte.
Das Gerangel und Geplänkel um den Ball wurde immer härter. Mal kassierte der Brünette einen Ellenbogen-Kick in seine Flanke, mal teilte er einen Tritt aus oder stieß mit seinem Körpergewicht gegen Flanns Schulter sodass dieser in Wanken geriet. Keine Frage, der Jüngere wollte keine Schwäche zeigen und nicht nachgeben. Vielmehr ließ dies Elias Ehrgeiz noch weiter steigen.

Glaub bloß nicht, dass ich so schnell aufgebe, du Niete!

Endlich gelang es dem Jüngeren Flann das Objekt der Begierde abzuschlagen, als dieser für einen kleinen Moment unaufmerksam war. "Ha!" rutschte aus Elias, während sich das Blatt wendete. Jetzt hieß es nur noch davon Stürmen. Das zu tun, wofür er bekannt war. Rennen wie der Blitz! Und sich den Ball nicht mehr abluchsen lassen.

Fast hatte es der Argentinier zum anderen Spieler geschafft, als er plötzlich von einem harten Ruck, untermalt vom heftigen Zerren zurück gehalten wurde, bis sein Handgelenk schmerzte. Für einen Bruchteil einer Sekunde wusste der 23 jährige nicht, wie ihm geschah.
Als er jedoch den Pfif des Trainers hörte und sich darauf hin nach Flann umdrehte traute er seinen Augen kaum.

Der Arsch foult?! Verdammter Dreckskerl!! dachte Elias bei sich, während er den Iren erboßt ins Gesicht sah. Nur halb hörte er dem Gezeter Alejandros zu, welcher schniefend und schwitzend zu den jungen Männern gespurtet war. Viel mehr provozierte dem Brünetten das Flann einfach nicht von ihm los lassen wollte. Er das Gefühl hatte, als verschmelzten beide Arme bereits miteinander. Diese plötzliche Nähe löste in den Stürmer reges Unbehangen aus. Auch weil jede Berührung mit einem Mann jedes Mal tiefe Sehnsüchte und Fantasien weckte. Dies wollte Elias nicht über sich kommen lassen.
Schließlich reichte es dem Jungen und er entriss sich abrupt aus dem Griff des völlig apathisch wirkenden Iren.

"Himmel, was ist dein Problem?! Wolltest jetzt mit mir Händchen halten oder was?! Was soll der Scheiß eigentlich?!" wetterte der kleine sorfot los, auch um jeglichen Schein zu wahren, doch kam er gar nicht groß zum verbalen Fight, da stoppte ihn Alejandro schon und schickte ihn zu einem anderen Spieler, während er noch ein paar Worte mit dem Kaptiän zu wechseln hatte.

Brummend und leise fluchend stapfte Elias davon, schmiss Mr. Roarke noch einige durchbohrende Blicke zu und wandte sich anschließend an seinen neuen Partner.

Flann Roarke

Ein leiser Zischlaut gab der Ire von sich, als er die provozierende Aufforderung des Neuen vernahm.

`Ja, grins du nur, Milchtüte`, dachte er, als er seine Position einnahm. Ballabnahme war sein Spezialgebiet. Damit war sein Talent damals besonders zur Geltung gekommen, als er noch in der Jugendmannschaft spielte.
Niemand lief so schnell wie er und keiner konnte sich zur Wehr setzen, wenn er den Ball in einem Beingefecht für sich beanspruchte. So wurde er zum Spieler Nr. 1 und die Zeit abgelöst zu werden war noch nicht gekommen und schon gar nicht von diesem Milchgesicht.

Das Spiel begann. Ein kleiner Wettstreit um den Ball steigerte sich rasch zu einem persönlichen Krieg der beiden jungen Kontrahenten.
Sie schenkten sich nichts, des öfteren traten sie sich gegenseitig vor das Schienbein, oder gegen die Knöchel, ein Umstand, den man hinnehmen musste, wenn man den Kampf um das runde Leder nicht verlieren wollte.
Hartnäckig blieben die beiden Männer beieinander, wendeten all ihr Beingeschick an, sodass es von weitem so aussah, als würden sie einen aggressiven Tanz aufführen. Keiner der beiden wollte nachgeben.
Doch ein kleiner Moment der Unkonzentriertheit und Elias spielte den Rothaarigen aus, erlangte den Ballbesitz und stürmte an Flann vorbei. Der Ire eilte ihm nach um seinen Fehler auszugleichen, indem er sich den Ball schnellstens zurückholte.
Doch stellte sich dies als äußerst schwierig heraus, denn der Jüngere rannte mit einem Tempo über den Platz, mit dem man kaum mithalten konnte.
Flann rannte so schnell so schnell er konnte und auch wenn der Abstand zwischen ihnen nicht einmal ein voller Meter war, so kam es dem Iren so vor, als würde sich der Brünette mit jedem Schritt einen Meter weiter von ihm entfernen.
Unzählige Gedanken schossen Flann durch den Kopf.
Hatte dieser Bengel nicht nur bei der ersten Konfrontation mit Aramis einen Treffer versenkt, so spielte er ihn hier mit einer selbstverständlich wirkenden Leichtigkeit aus und rannte nun so schnell, dass es dem Älteren kaum möglich war ihn einzuholen. Wenn er ihm den Rang tatsächlich streitig machte... Er ihn als Spieler Nr.1 ersetzte... Dies das Ende seiner Karriere einläutete...
Das konnte, wollte und durfte er nicht zulassen.
Er gab nochmal alles, rannte bis seine Lungen brannten um den Jungen einzuholen doch wurde der Abstand zwischen ihnen kaum geringer.
Seine Befürchtungen kreisten in seinem Kopf, sie schienen ihn beinahe anzuschreien.
Er wollte einfach nicht verlieren!
Ein Adrenalinschub jagte durch seinen Körper, er legte an Tempo zu, er musste seinen Kontrahenten aufhalten.
Wie ferngesteuert griff er nach seinem Vordermann, umklammerte dessen Handgelenk...

Da ertönte das schrille Pfeifen des Trainers und die beiden Stürmer blieben stehen.

Doch war es nicht Alejandro´s Pfeife, die Flann zum stehen brachte, noch vernahm er die darauf folgenden mahnenden Rufe des Trainers.
Wie eingefroren stand er da, selbst all die lauten Gedanken waren verstummt.
Er starrte den Brünetten wie paralysiert an, dessen Handgelenk noch immer fest umklammert.
Dieses Handgelenk... welches so schmal und zart war.
Vergessen war das Konkurrenzdenken.
Er konnte nur noch daran denken wie zerbrechlich dieses Handgelenk in seiner rauen Faust lag.

Dienstag, 7. Juli 2015

Elias Casado

Ausgewechselt. Ein völlig anderer Mensch. Ja, als Elias nach seinem prickelnden Erlebnis mit Aramis den nächsten Tag begann, wirkte er ungehalten fröhlich und unbeschwert. Vorbei waren seine Ängste und Panikmachen darüber was geschehen würde, wenn der Torhüter sein fruchtbares Geheimnis Preis geben würde. Nur das dieser Elias' Schicksal teilte, stimmte ihn ungemein glücklich. Endlich war der Stürmer nicht mehr alleine. Endlich gab es jemanden in seinem Umfeld, der sein Leid verstand und seine Neigungen mit ihm teilen konnte. Besser hätte es den jungen Argentinier nicht gehen können. Zum ersten Mal in seinem Leben fand er in seiner Leidenschaft wirkliche Anerkennung und Verständnis. 

Da wunderte es nicht, dass der Brünette fröhlich pfeifend, nahezu springend zum Training erschien, sich mit leichten Tanzeinlagen und Gesang umzog und mit ganzem Elan auf den Sportplatz rannte. Keine Frage, heute würde ein perfekter Tag für den 23 jährigen werden. 

Ungeduldig wartete er darauf bis alle anderen eintrafen, einschließlich Aramis, welchen er ein spitzbübisches Lächeln schenkte, bis sich zu guter endlich der Trainer einfand. 

Gelassen hörte Elias den neuen Trainingsmethoden zu, bis alles gesagt wurde und die Spieler ihre Übungspositionen einnahmen. 

Zuerst war es an dem Jungen sich warm zu laufen, bis er sich beginnend beim 11 Meter Schießen vor Aramis' gut bewachtes Tor wieder fand. 

Grinsend und innerlich etwas erregt, denn wusste der jüngere, dass ihn der Hühne mit jedem Schritt beobachtete, absolvierte Elias seine Schüsse. Jedoch ohne Erfolg. Aramis hielt jeden seiner Bälle mit Leichtigkeit. Aber das war dem Brünetten egal. Für ihn galt nur, dass er sich keine Sorgen mehr machen müsse und in Aramis einen Verbündeten gefunden hatte. Gelassen und unbekümmert streichte der Stürmer noch mal seine Haare nach hinten, wobei er dem gutgebautem Kerl vor sich einen kurzen Flirt zuzwinkerte, bevor er sich zur nächsten Übung aufmachte.

Doch wer ihn dort gegenüber stand, hatte er nicht gedacht. Der miese Käpt'n. Ein entnervtes Ausschnauben entglitt dem Jungen, gefolgt von einer schlappen Haltung, als er vor Flann stand. Dennoch würde Elias heute niemand den Tag versauen. Dafür war er viel zu gut drauf. 

"Na kann's los gehen, Alter?" 

Gab der Argentinier frech zum besten, bevor auch schon der Anpfiff erklang und das Spiel zur Ballabnahme begann.